Du erreichst den Europa-Brunnen, wo du Johannes Beck siehst, wie er grad das Rathaus verlässt. Der Politiker ist in der Vergangenheit schon durch seine queerfeindliche Agenda aufgefallen, weshalb du ihn direkt erkennst. Außerdem weißt du ja bereits, dass er die Zeitjournale manipuliert hat, darum sprichst du ihn direkt darauf an. Er wirkt zunächst bemüht, ruhig zu bleiben.

Johannes Beck: „Ah… die Zeitjournale. Ja, da… nun ja, da hat sich einiges verändert. Aber das ist nicht so, wie du denkst. Ich habe nur versucht, ein bisschen Ordnung zu schaffen, es war kompliziert genug, alles richtig zu führen. Papiere, Dokumente, Überstunden… man muss doch alles im Blick haben. Aber… vielleicht verstehst du das gar nicht. Die Politik, die Verwaltung, die Stadt – alles ist komplizierter geworden. Ständig neue Vorschriften, neue Ansichten… und dann noch die Veranstaltungen in der Stadt, die immer größere Aufmerksamkeit bekommen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass niemand mehr an die alten Regeln denkt.
Und dann diese… diese Gruppe, die da ihren Einfluss geltend machen will. Ständig geht es um Rechte, Sichtbarkeit, Veranstaltungen, die Aufmerksamkeit bekommen… das ist alles sehr viel. Manchmal frage ich mich wirklich, ob das alles noch richtig ist. Wir müssen doch auch an Tradition, an Anstand, an die alten Werte denken!
In anderen Ländern versteht man das. Dort läuft vieles einfacher, übersichtlicher, alles geordnet. Hier in der Stadt… ich sag dir, manchmal könnte man meinen, alles steht auf dem Kopf. Alles, was man früher als selbstverständlich ansah, scheint heute in Frage gestellt zu werden. Das ist nicht gut! Nicht für die Stadt, nicht für die Ordnung… und nicht für die Leute, die die Regeln noch respektieren.
Und dann diese ständigen Diskussionen, diese Forderungen nach Sichtbarkeit, nach Toleranz, nach… ja, wie soll ich es nennen… radikaler Offenheit. Alles ist anders, alles auf einmal. Ich sag dir, es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden sollten!
Und diese Veranstaltungen! Dieser CSD, diese ganzen Aktionen… man kann nicht einfach alles gutheißen! Ich meine, das geht zu weit! Es geht nicht nur um mich, es geht um die Stadt, um die Tradition, um die Werte! Ich sag dir, ich werde nicht zulassen, dass alles ins Chaos stürzt!“

Während Johannes sich weiter in Rage redet, vibriert dein Handy: Kai Bolten, der Sicherheitsmitarbeiter der Stadt, hat dir geschrieben.
Die Nachricht lautet: „Ich habe noch etwas rausgefunden. Jemand hat sich gestern Abend um 20:11 Uhr am PC von Juliana im LernWerk eingeloggt. Wir wissen nicht, ob es Juliana war, aber die Person muss ihre Zugangsdaten gehabt haben.“

Du bist noch mit der Nachricht beschäftigt, als das Handy erneut klingelt. Diesmal ist Jo vom Ermittlerteam dran.
Jo: „Hallo, hier Jo. Ich habe gerade Svens Alibi überprüft. Sein Fotoshooting in Köln wurde frühzeitig beendet, nicht wie ursprünglich angegeben. Ich habe ihn darauf angesprochen. Er hat mir daraufhin Restaurantbelege geschickt. Um 20 Uhr war er tatsächlich noch in Köln beim Abendessen. Das heißt, sein ursprüngliches Alibi stimmt so nicht ganz, aber er konnte zu der Zeit gar nicht am Tatort sein. Vorausgesetzt die Restaurantbelege sind von ihm.“

Du legst auf, verarbeitest die neuen Informationen. Johannes’ Wut und die brüchigen Alibis, kombiniert mit den Hinweisen von Kai und Jo, machen die Lage immer undurchsichtiger. Während du über das Erfahrene nachdenkst, schlenderst du Richtung Rathaus.

Dein Handy klingelt, als du gerade dabei bist ein weiteres Rätsel zu lösen.

Hintergrundinformation – Queere Rechte International

Johannes erwähnt andere Länder und das dort andere Gepflogenheiten gelten.
Mehr über die internationale Lage zu queeren Rechten findest du hier: