Du näherst dich dem Mauerwerkschornstein und entdeckst eine bekannte Gestalt: Gerhard Schriefers. Dank des Fotos, das ihn zusammen mit Ilona zeigt und das du zuvor gesehen hast, erkennst du ihn sofort. Du sprichst ihn an, und er reagiert wie erwartet – mit einem müden Blick, fast so, als hättest du ihn gerade bei einer wichtigen Sache gestört.

Gerhard Schriefers: „Ach, du bist das also. Na gut… ich erzähle dir, was du wissen musst. Also, heute ist mein erster Urlaubstag seit Ewigkeiten. Darum habe ich eben meine Frau Ilona besucht. Sie ist in den Arkaden in ihrem Laden. Gestern haben wir beide pünktlich Feierabend gemacht. Sie hat ein wunderbares Essen gezaubert und wir es haben zusammen gegessen. Danach haben wir zusammen einen Film geschaut. Routine eben. Alles wie immer. Keine Dramen, keine Überraschungen.
Nur eine Sache war komisch. Wir wohne ja in direkter Nähe zum LernWerk. Als ich beiläufig durchs Fenster schaute, sah ich Juliana gegen 20 Uhr noch am LernWerk. Sie war nicht allein. Wer die zweite Person war, weiß ich nicht genau. Aber sie war definitiv mit jemanden da. Ich habe noch kurz mit Ilona darüber gesprochen, aber sie hatte auch keine Idee, was Juliana so spät noch dort an einem Freitagabend tut.
Ilona und ich sind ein super Team. Wir sind nun seit über 20 Jahren verheiratet und lieben uns noch fast wie am ersten Tag. Eigentlich ist es ganz schön, so eine ruhige Ehe zu haben. Wir verstehen uns gut, wir lachen viel, auch wenn der Alltag manchmal anstrengend ist. Früher war alles noch anders. Da wurden familiäre Werte gepflegt, Sitte und Anstand hatten Gewicht, und man hat aufeinander geachtet, Respekt war selbstverständlich. Ilona versteht mich, sie gibt mir in allen wichtigen Dingen recht. Unsere Tochter, Marion… na ja. Sie ist nicht mehr bei uns. Lange her. Ich will darüber nicht zu viel sagen, aber es prägt natürlich.
Und dann diese Jugend heute… Rio zum Beispiel. Auf den ersten Blick ganz normal, studiert und versucht, sich zurechtzufinden. Aber auf der anderen Seite… ständig draußen, hängt mit komischen Leuten ab, feiert exzessiv. Diese Jugendgruppen beschmutzen das Stadtbild. Eine verkommene Jugend, die keinerlei Respekt mehr hat. Ilona und ich haben oft darüber gesprochen. Sie stimmt mir da vollkommen zu. Alles ist schnelllebig, keine Rücksicht, keine Ordnung. Solche Freiheiten führen nur zu Chaos und Verwirrung.“

Das Gespräch geht in eine Richtung, für die du aktuell keinen Sinn hast, darum bedankst du dich bei Gerhard für seine Zeit und beendest das Gespräch. Gerhard verabschiedet sich nach seinem Monolog wortkarg. Gerade als du überlegst, wie es weitergehen soll, klingelt das Handy. Dr. Viola Mendt ist am anderen Ende der Leitung.

Dr. Viola Mendt: „Hallo, hier Dr. Mendt. Ich habe noch einmal mit Rocco Maldano gesprochen. Er verheimlicht definitiv etwas. Ich kann noch nicht genau sagen, was es ist. Aber er hat definitiv gelogen. Ich habe meinen Kollegen Tariq Möller beauftragt sich seine Social-Media-Posts nochmal anzuschauen und zu analysieren. Er hat herausgefunden, dass die Bilder und Videos nicht gestern Abend aufgenommen wurden, sondern bereits mittags. Sie wurden nur abends erst gepostet. Lichtverhältnisse und Hintergrundgeräusche passen nicht. Somit können wir uns nicht mehr sicher sein, ob er gestern Abend wirklich im Fitnessstudio war.
Pass auf, dass du diese Information gut einordnest. Es gibt Unstimmigkeiten zwischen dem, was offiziell kommuniziert wird, und dem, was tatsächlich passiert ist. Nutze diese Lücke, um den Fall weiter einzugrenzen.“

Wo soll es nun hingehen? Vielleicht zurück zum Startpunkt deiner Reise. Doch bevor du dich auf den Weg machen kannst, musst du noch folgendes Rätsel lösen:
Finde den Ort, an dem folgendes Foto aufgenommen wurde. Zähle die Linien im Kreis und ziehe davon eins ab. Schaue dir dann das Schild dort an mit der Zahl im Hinterkopf.

Hintergrundinformation – Queere Geschichte in Deutschland

Gerhard erwähnt, dass früher alles besser war. Diesen Spruch hört man öfters.
Aber stimmt das wirklich? Mehr Infos zur queeren Geschichte in Deutschland gibt es hier: